Eine Generation hält die Personalabteilungen sämtlicher Branchen in Atem. Sie werden Millennials, Digital Natives oder Generation Y genannt und gelten als junge, gut ausgebildete Nachwuchskräfte, die mit digitaler Expertise und neuen Anforderungen den Arbeitsmarkt verändern. Bereits 2020 werden die Hälfte aller Berufstätigen weltweit Millennials sein.

Dass jede Generation auch andere Anforderungen an die Art der Ansprache stellt, ist nicht neu. Was macht also die Generation der Millennials so besonders?

Was macht die Generation Y so besonders?

Die sogenannte Generation Y, ursprünglich von „why“ abgeleitet, ist um die Jahrtausendwende in einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt und uneingeschränkter Mobilität aufgewachsen. Ihre Mitglieder sind Anfang 20 bis Mitte 30 und neigen dazu, die Dinge im Allgemeinen und Arbeitsbedingungen im Speziellen zu hinterfragen. So wird das Konzept des „New Work“ vorangetrieben.

Die Arbeitswelt der Zukunft erschüttert etablierte Arbeitsstrukturen durch neue Technologien und soll mehr Freiheit des Einzelnen und Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Die jungen Talente suchen danach, ihre persönlichen Werte bei ihrem Arbeitgeber wiederzufinden und einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen, in der sie sich verwirklichen können. Das Ziel: individuelle Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierewege zu schaffen, die über die Rahmenbedingungen eines klassischen 9 to 5 Bürojobs hinausgehen. Doch was erwartet die Generation Y konkret und wie können Sie Ihre Nachwuchstalente langfristig an Ihr Unternehmen binden?

1. Geld allein ist nicht länger entscheidend

Eine Vielzahl an Studien untersucht die Einstellungen und Verhaltensweisen der Generation Millennials. Die Headlines zieren insbesondere Schlagzeilen über die junge Generation, bei der Geld, Sicherheit und Besitz keine große Rolle mehr spielen. So ganz stimmt das allerdings nicht! Bei der Zufriedenheit im Job spielt das Gehalt immer noch die größte Rolle. Gleichzeitig misst die Generation Y einem Mix aus vielfältigen anderen Faktoren mehr Bedeutung bei, sodass ein hoher Gehaltscheck allein nicht ausschlaggebend ist. Für die Young Professionals steht Besitz nicht länger im Fokus. Darin liegt für Sie als Arbeitgeber ein großes Potenzial. Modelle wie Desk Sharing oder Co-Working Spaces sparen Ressourcen und schaffen neue Kapazitäten. Darüber hinaus sollten Sie neue Wege finden, Ihre Mitarbeiter angemessen und unmittelbar zu entlohnen, um wertvolle Fachkräfte für sich zu gewinnen und zu halten. Fahrtkostenzuschüsse oder Unterstützung von Shared Mobility Konzepten treffen den Nerv der Generation und liefern einen nachhaltigen Beitrag für die Gesellschaft.

2. Flexible Arbeitszeiten – 9 to 5 war gestern

Bei der Jobsuche der Millennials geht es immer stärker um die weichen Faktoren, die ein Arbeitgeber bietet. In einer Lebens- und Arbeitswelt, die permanente Aufmerksamkeit erfordert, ist Zeit der neue Luxus. Geld und Karriere sind natürlich immer noch wichtig aber die Bedeutung von Zeit für sich selbst, die Familie und persönliche Verwirklichung tritt als entscheidender Faktor für die individuelle Lebensqualität in den Vordergrund. Arbeitgeber, die dynamische Formen der Zusammenarbeit ermöglichen, werden bevorzugt. Bieten Sie deshalb das Modell flexibler oder selbstbestimmter Arbeitszeiten an. Und das nicht nur auf dem Papier. Arbeit flexibel zu gestalten, bedeutet nicht nur, das 9 to 5 Credo aufzubrechen, sondern bewusst Modelle wie Teilzeitarbeit, Homeoffice oder ein Sabbatical (ein temporärer Ausstieg aus dem Job) im Unternehmen zu etablieren. Das motiviert junge Fachkräfte. Das bedeutet in der Konsequenz auch, dass die individuelle Leistung nicht an Präsenz- oder geleisteten Arbeitsstunden sondern an konkreten Erfolgen gemessen wird.

3. Work Life Balance

Heutzutage wird die Bedeutung der positiven Balance zwischen Arbeits- und Privatleben vielfach betont. Viele Burn-out oder Depressionsschicksale von Mitarbeitern, die unter einem permanenten Zeit- und Leistungsdruck sowie ständiger Erreichbarkeit leiden, geben diesem Trend recht. Die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmt zunehmend. Für die neue Generation der Millennials ist eine Vereinbarkeit dieser beiden Lebensbereiche entscheidend, um ihren persönlichen Leidenschaften nachzugehen. Die Karriere wird nicht länger über alles andere gestellt. Um Nachwuchstalente langfristig zu binden, sollten Sie neben örtlicher und zeitlicher Unabhängigkeit auch Angebote für Kinderbetreuung, den Wiedereinstieg nach der Elternzeit, Stressbewältigung, Sportprogramme oder Wäscheservice ermöglichen. Manchmal kann es auch ein Kicker-Tisch, ein Massagesessel oder ein Snackautomat sein, um Stresssituationen zu entschärfen und die Kreativität anzuregen.

4. Lebenslanges Lernen & individuelle Karrierewege:

Für die Young Professionals steht die berufliche Selbstverwirklichung im Mittelpunkt. Die Zeiten, in denen Mitarbeiter ihren Arbeitgebern ein Leben lang die Treue halten und sich entlang der Hierarchie-Struktur entwickeln, ist vorbei. Die bekannte „Lücke im Lebenslauf“, die vorherige Generationen noch fürchteten, nutzen Millennials ganz selbstverständlich bspw. für längere Reisen oder eigene Projekte. Das lebenslange Lernen steht im Mittelpunkt. Dabei möchten Millennials vor allem sicher sein, dass ihr Unternehmen sie langfristig für den Arbeitsmarkt und neue Berufsfelder qualifiziert. Denn nur so bleiben sie selbst auf dem Arbeitsmarkt attraktiv. Darauf sollten Sie sich als Unternehmen einstellen und neue Arbeitsstrukturen schaffen. Die Möglichkeit, in verschiedenen Teams und Projekten mit wachsender Verantwortung zu arbeiten, ist für Millennials attraktiv. So können sie ihren Wunsch nach Herausforderungen sowie Wissens- und Erfahrungserweiterung verwirklichen, ohne den Arbeitgeber zu wechseln oder den Weg in die Selbstständigkeit zu suchen. Um wertvolle Talente zu halten, gilt es, dynamische Karrierepfade, Weiterbildungsprogramme und unkonventionelle Formen der Zusammenarbeit zu schaffen.

5. Teamwork und flache Hierarchien:

Flache Hierarchien preisen insbesondere junge Unternehmen und Startups an, um Talente für sich zu gewinnen. Denn ein autoritärer Führungsstil, der im deutschen Mittelstand häufig auf dem Senioritätsprinzip basiert, kommt bei Millennials nicht gut an. Sie möchten mitdenken, in Entscheidungen einbezogen werden, Verantwortung übernehmen sowie Lob und Kritik gleichermaßen transparent nachvollziehen können. Der Führungsstil sollte sich dabei flexibel gestalten und auf die jeweiligen Mitarbeiter angepasst werden. Teamwork sollte dabei wirklich gelebt werden und jedem Mitarbeiter die Chance geben, seine individuellen Fähigkeiten auch außerhalb seines eigentlichen Tätigkeitsbereiches zum Einsatz zu bringen. Flache Hierarchien sollten dabei konsequent umgesetzt werden. Das bedeutet für Führungskräfte auch, die räumliche Nähe zu ihren Teams zu suchen und Raum für die Bedürfnisse, Vorschläge und Anregungen neuer Mitarbeiter zu schaffen. Das sorgt für eine respekt- und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre, die Millennials besonders wichtig ist.

Fazit: Mit dieser Generation, die nach Selbstbestimmung und Freiheit strebt, entstehen neue Anforderungen an Arbeitsplätze, Tätigkeitsbereiche und Flexibilität der Arbeitgeber. Um die jungen Talente zu erreichen, sollten Sie neue Strategien für Recruiting und Talentmanagement entwickeln und diese wirkungsvoll über Ihre Website, Social Media Kanäle und Content-Angebote wie einen eigenen Unternehmensblog kommunizieren.

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